Jeder Apfelliebhaber und kennt das Problem: Werden Äpfel zu lange gelagert, werden sie weich, von Pilzen befallen und dadurch faul. Noch extremer sieht es bei Öko-Äpfeln aus. Denn da diese nicht mit neumodischen Chemiezusätzen haltbarer, unempfindlicher und beständiger gemacht wurden, unterliegen diese den natürlichen Schädlingen oft noch schneller. Jedoch kann man hier Abhilfe schaffen – und zwar mit einer Heißwasserbehandlung der Öko-Äpfel.
Die Heißwasserbehandlung ist dabei keine vollkommen neuartige Methode. Bereits unsere Urväter machten sich diese im 19. Jahrhundert zunutze, um damals rein ökologische Lageräpfel länger gesund und frisch zu halten. Abgeleitet wurde das Verfahren von der Heißwasserbehandlung bei Saatgut. Durch diese wurden Schädlinge am Saatgut abgetötet. Das Schöne daran: Die Behandlung mit heißem Wasser tut dem Geschmack der Öko-Äpfel nichts zuleide. Ganz im Gegenteil sogar, denn es setzt zusätzliche, apfeleigene Geschmackstoffe frei. Aber wie genau wendet man die Heißwasserbehandlung richtig an?
Heißwasserbehandlung bei Öko-Äpfeln – Geheimnis aus vergangenen Zeiten
Natürlich gibt es auch in der Industrie zahlreiche Methoden um die ökologischen Äpfel für die Lagerung haltbarer zu machen – und das ganz ohne den Einsatz von Chemie. All diese Methoden basieren auf der Behandlung der Äpfel mit heißem Wasser. Das Verfahren kann man aber auch problemlos zuhause durchführen. Alles, was man dafür benötigt, sind ein geeignetes Gefäß mit heißem Wasser, ein sehr genaues Thermostat und bestenfalls eine Stoppuhr. Verschiedene Nachforschungen ergaben nämlich, dass das beste Ergebnis erzielt wird, wenn man die Äpfel für zwei Minuten und 53 Grad Celsius heißes Wasser eintaucht. Möchte man das Verfahren bei seinen eigenen Äpfel anwenden, beispielsweise bei denen aus dem eigenen Garten, ist es empfehlenswert die Heißwasserbehandlung so zeitnah wie möglich nach der Ernte durchzuführen.
Mithilfe der Behandlung der Äpfel mit heißem Wasser bleiben die Äpfel durchschnittlich bis zu drei Monate länger frisch und gesund. Vorausgesetzt die Äpfel werden bei der Lagerung ausreichend gekühlt, regelmäßig auf Fäulnis untersucht und bei Bedarf auch noch ein weiteres Mal behandelt. Und selbstverständlich müssen dennoch befallene Äpfel aussortiert werden, bevor die Fäulnis um sich greift. Bedenkt man hier alle wichtigen Faktoren, kann sich die durchschnittliche Lagerungszeit aber sogar noch verdoppeln.
Die Lagerzeit geschickt verlängern und Pilzbefall gezielt vermeiden
In der Industrie funktioniert das Verfahren natürlich mittlerweile mehr oder weniger vollautomatisch. Die Äpfel werden im Voraus und direkt nach der Ernte direkt in speziell konzipierten Tanks mit dem heißen Wasser behandelt. Dabei wird die apfeleigene Temperatur mittelst spezieller Thermometer überprüft. Damit ließen sich in der Vergangenheit zahlreiche Ernteverluste in Grenzen halten, die unter anderen Umständen nicht vermeidbar gewesen wären. Denn ökologisch angebaute Äpfel sind und bleiben sehr viel empfindlicher, als ihre chemisch behandelten Konkurrenten. Jedoch sind sie auch schmackhafter und gesunder. Der Vitamin- und Mineralstoffgehalt der Öko-Äpfel wird durch die Behandlung mit heißem Wasser übrigens nicht beeinträchtigt. Diverse Tests ergaben, dass die gemessenen Werte sich auch nach mehrmaligen Behandlungen nicht gravierend bis gar nicht änderten. Oftmals entfalteten sich diese Stoffe sogar noch zusätzlich, wie auch die Geschmackstoffe. Dies liegt aber wahrscheinlich zu gleichen Teilen an der längeren Lagerung und damit Reifezeit sowie an der Behandlung mit heißem Wasser.




