Abnehmen mit dem MagenballonDer Magenballon scheint eine verlockende Alternative zu sein: Ohne sich mit einem harten Sportraining zu quälen oder auf die Lieblingsspeisen zu verzichten, soll der Patient schon nach wenigen Monaten sein Wunschgewicht erreichen. Aber nicht alle, die sich an ihren Fettpölsterchen stören, können diese Methode nutzen, denn der BMI muss zwischen 30 und 40 liegen. Da es sich beim Magenballon um einen komplizierten Eingriff handelt, sollte man sich vorher gut informieren:

So kommt der Ballon in den Magen

Der Magenballon wird bei einem komplizierten ambulanten Eingriff eingesetzt. Durch die Speiseröhre wird der Ballon aus Kunststoff oder Silikon endoskopisch in den Magen eingeführt. Anschließend wird er mit einer blau gefärbten Kochsalzlösung gefüllt, um das Volumen des Magens zu verringern und ein Sättigungsgefühl zu erzeugen. Durch die Narkose ist dieser Eingriff schmerzfrei. Weil dabei keine Operation nötig ist, bleiben auch keine Narben zurück.

Ein Fremdkörper im Bauch

Manche Patienten berichten, dass ihnen direkt nach dem Eingriff unwohl ist. Bauchschmerzen können auftreten, da sich der ganze Organismus an den Fremdkörper anfangs gewöhnen muss. Fettige und schwere Speisen sollten vermieden werden, um den Magen nicht noch mehr zu belasten und Übelkeit zu vermeiden. Trotz ausgewogener Ernährung berichten einige Patienten jedoch von länger anhaltenden Schmerzen in der Magengegend. Nach drei Tagen sollen diese Nebenwirkungen aber meist verschwunden sein.

11 Kilo weniger

Da der Ballon die Magenwand dehnt und die Füllmenge des Magens um 20 bis 50 Prozent reduziert, entsteht automatisch ein Sättigungsgefühl. Deshalb fühlt sich der Patient schon nach kleinen Mahlzeiten satt und kann leichter abnehmen. Auch die gefürchteten Heißhungerattacken bleiben aus. Im Schnitt wird der Magenballon dann nach sechs Monaten wieder entfernt. Länger sollte der Ballon nicht im Magen bleiben, da die Risiken sonst zu hoch sind.

Was passiert in diesen sechs Monaten, während der Ballon im Magen ist? Es gibt noch wenige Daten, die die Auswirkungen beschreiben. Ärzte berichten, dass ihre Patienten nach sechs Monaten durchschnittlich 20 Kilo abnehehmen. Bei einer Studie mit über 800 Patienten betrug die Gewichtsabnahme im Schnitt jedoch nur 11 Kilo. Es ist darüber hinaus nicht nachgewiesen, dass diese Gewichtsreduktion mit einer Behandlung durch Verhaltensänderung nicht auch funktioniert hätte.

Der Magenballon alleine kann die schlanke Linie auf Dauer nicht garantieren. Deshalb werden in den Praxen und Kliniken meistens Begleitprogramme angeboten, die dafür sorgen sollen, das Wunschgewicht zu erhalten. Dabei lernen die Patienten, sich ausgewogen zu ernähren und regelmäßig Sport zu treiben. Nach Ende der Behandlung wird der Ballon dann wieder entfernt. Dafür bringt ihn der Arzt künstlich zum Platzen, wobei die Kochsalzlösung ausläuft. Danach wird der Ballon durch eine Sonde entfernt.

Risikos und Nebenwirkungen

Die Risiken sollten ebenfalls nicht unbeachtet bleiben: In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass der Magenballon platzt. Zunächst bemerkt der Patient vielleicht nicht, was passiert ist. Aber spätestens wenn sich der Urin blau färbt, ist die Diagnose sicher, denn dann ist die methylblaue Kochsalzlösung aus dem Magenballon ausgetreten. Dann sollte sofort der behandelnde Arzt informiert werden, um zu verhindern, dass Teile des Ballons in den Darm gelangen. Sonst wird es gefährlich: Tritt ein Darmverschluss auf, kann dieser tödlich enden. Neben diesem Risiko können auch Magenbeschwerden oder Elektrolytverschiebungen auftreten. Darüber hinaus ist eine Überreizung des Magens möglich.

Bei jameda finden Sie zudem ein interessantes Interview zum Thema Magenballon mit der Internistin Frau Dr. Birgit Gergelyfy.

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