
Nanopartikel sind für uns Menschen mit dem bloßen Auge nicht zu erfassen. Selbst mit einem normalen Mikroskop hat man keine Chance, sie zu sehen. Mit der Hilfe eines Elektronenmikroskops werden Nanopartikel jedoch in der Forschung ausfindig gemacht. Sie machen nur den zehnmillionsten Teil eines Meters aus, doch sie haben mitunter große Wirkung.
Das klingt nach Science-Fiction, Chemie oder High-Tech-Computerindustrie?
Die Sachlage liegt anders, denn sie werden auch in der Lebensmittelindustrie eingesetzt. Die kleinen Teilchen kommen in vielen Bereichen, wie in Verpackungen zum Einsatz, um zum B.eispiel als UV-Filter in Sonnencreme zu dienen oder das Altern von Schokolade zu verlangsamen. Aber häufig finden sich auch Nanopartikel im Essen. Sie verändern das Aussehen und die Konsistenz eines Lebensmittels und mitunter auch dessen Geschmack. Zudem wird Ihnen nachgesagt, dass Nanopartikel in Lebensmittel auch auf die Aufnahme bestimmter Inhaltsstoffe im Körper Einfluss nehmen.
Nanopartikel in Lebensmittel: gut oder schlecht?
Dabei sind die Nanopartikel nicht immer direkt im Essen zu finden. Wenn Lebensmittel mit Behältern, Messern oder Schneidebrettern in Kontakt kommen, bei denen Nanopartikel eingesetzt wurden, gelangen auf diesem Weg ebenfalls Teile davon in den Körper. Die Lebensmittelindustrie hält sich bedeckt, was die Auswirkungen angeht – und die Verwendung dieser Kleinstteilchen in Lebensmitteln. Niemand weiß genau, wo sie überall eingesetzt werden. Eine Kennzeichnungspflicht besteht nicht und so können nicht einmal Behörden wie die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit oder das deutsche Umweltbundesamt (UBA) etwas über das Ausmaß des Einsatzes der Nanopartikel in Lebensmitteln sagen. Und da sehr wenig über die winzigen Teilchen bekannt ist, kann kaum festgestellt werden, ob sie letztlich Gutes oder Schlechtes tun.
Erkrankungen durch Nanopartikel?
Bekannt ist nur, dass die Nanoteilchen über den Verdauungsapparat in die Blutbahn gelangen. Bisher sind mögliche Gefahren durch die Nanopartikel in Lebensmitteln jedoch kaum erforscht und vor einer Panik wie bei den Produkten der Gentechnik wird gewarnt. In Laborversuchen sind negative Beeinflussungen der Partikel bereits nachgewiesen worden.
Chinesische Forscher fanden beispielsweise heraus, dass Nanopartikel in Farben teilweise schwere Lungenkrankheiten auslösen können. Auch bei Tierversuchen zeigten die Nanopartikel schädliche Einflüsse: Sie lösten Entzündungen aus und störten die Genaktivität. Dennoch sind Lebensmittel mit Nanopartikeln nicht im neuen Verbraucherportal für Lebensmittelwarnungen aufgeführt.
Der Vorteil der Nanopartikeln
Für die Lebensmittelindustrie bieten die winzigen Partikel einen Vorteil, denn sie helfen, dass die Wurst appetitlicher aussieht und zudem nicht so schnell schlecht wird. Vitamine und Zusatzstoffe in Getränken können durch die Nanopartikel besser aufgenommen werden. Und Produkte wie Salz oder Ketchup rieseln und fließen plötzlich viel flüssiger dorthin, wo sie gebraucht werden, da die Nanopartikel diese Eigenschaften positiv beeinflussen. Durch ihre ungeheure Winzigkeit gelingt dies den Nanoteilchen als Trennmittel oder Flußmittel wesentlich besser, als zum Beispiel Siliziumoxid, das schon seit Längerem zu diesem Zweck verwendet wird.



