Nanotechnologie, Lebensmittel und Forschungsbedarfvom: 17.04.2007Die Nanotechnologie gilt mit der Mikroelektronik und der Biotechnik als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Es ist zu erwarten, dass nanotechnologische Verfahren auch zur Herstellung von Lebensmitteln eingesetzt werden. In Karlsruhe fand ein Workshop statt, bei dem nicht nur Chancen, sondern im Vorfeld schon Risiken erörtert wurden und in dem es daher auch um Visionen für Verbesserungen beim gesundheitlichen Verbraucherschutz ging. Der Bericht wird nun vorgelegt.Die Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel (BfEL) veranstaltete diesen Workshop mit ausgewählten Experten. Der Workshop knüpfte an die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das so wie die BfEL zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gehört, initiierte Verbraucher-Konferenz vom November 2006 an. Dort hatten die Verbraucher zwar ihre Besorgnis geäußert, wenn Lebensmittel nanotechnologisch verändert würden. Sie zeigten sich aber aufgeschlossen gegenüber nanotechnologischen Verbesserungen im Bereich der Lebensmittelsicherheit. Der Workshop in Karlsruhe lieferte nun konkrete Ansatzpunkte und Empfehlungen für Forschungsprojekte. Es wurde gleichzeitig erörtert, wie Verbraucherinnen und Verbraucher von Anfang an in die Diskussion um Nutzen und Risiken der Nanotechnologie bei Lebensmitteln einbezogen werden können. Angesichts der dramatischen Zunahme von ernährungsmitbedingten Krankheiten wie Diabetes II oder Herz-/ Kreislauferkrankungen sollten gerade in diesem Bereich die sich abzeichnenden nanotechnologischen Verbesserungspotentiale so früh wie möglich ausgelotet werden, beispielsweise mit einer Modulation der Bioverfügbarkeit von gesundheitsfördernden Lebensmittelstoffen oder mit gezielter Eliminierung unerwünschter Substanzen. An vorderster Stelle der Wunschliste steht auch die frühzeitige Entwicklung von Nachweismethoden für Nanopartikel in Lebensmitteln einschließlich des dafür erforderlichen Referenzmaterials, um die Überwachung zu erleichtern. Es bedarf ferner einer angepassten Strategie zur Bewertung von nanotechnologischen Innovationen. Damit könnten sowohl Freiräume zur Entwicklung nutzenbringender Fortschritte belassen, als auch Risikopotenziale frühzeitig erkannt werden. Es geht dabei um eine systematische Erhebung von Nutzen und Risiken, die als Voraussetzung für eine faire Kommunikation angesehen wurde. Erst sie versetzt die Verbraucher dann auch in die Lage, eine selbstverantwortliche Produktwahl zu treffen. Zu nennen sind außerdem „nanotechnologische Möglichkeiten“ zur selektiven Erfassung von problematischen Inhaltsstoffen wie Allergene, Schimmelpilzgifte oder Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und anderen Kontaminanten. Auch die nanotechnologische Miniaturisierung herkömmlicher Analysensysteme wäre ein begrüßenswerter Fortschritt im Bereich des gesundheitlichen Verbraucherschutzes. Solche Miniatur-Verfahren könnten beispielsweise zur Entwicklung von Frischeindikatoren führen und dadurch neue Maßstäbe für die Sicherheit und Qualität von Lebensmitteln setzen. Das Ergebnispapier ist ab sofort abrufbar. Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an: Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel (BfEL) Axel Rathjen Haid-und-Neu-Straße 9 76131 Karlsruhe Tel. 0721-6625-339 Fax: 0721-6625-303 e-mail: axel.rathjen@bfel.de Weiterführende Informationen: > Nanotechnologie bei Lebensmitteln |