SteviaIm Dezember ist es soweit, denn ein neuer pflanzlicher Süßstoff wird auch in Deutschland eingeführt. Stevia heißt das neue pflanzliche Süßungsmittel. Die Hersteller von Getränken und Lebensmitteln erwarten eine wahre Revolution am Markt. Doch der Nachteil von Stevia ist, dass es kein Alleskönner ist.

Das klingt doch alles ganz gut, wenn man hört, dass die Blätter der Stevia-Pflanze 30-mal stärker süßen als Zucker und dabei noch kalorienfrei sind. Das wäre gerade für Diabetiker geeignet und auch schonend für die Zähne. Stevia ist ein südamerikanisches Süßkraut. Die Vermarkter versprechen, dass die Einführungen eine Revolution bringen kann, denn Stevia kann die chemischen und synthetischen Süßstoffe Aspartan oder Sachharin ablösen.

Seit einiger Zeit war die Stevia-Pflanze jedoch in Verruf, denn laut Studien sollte der Verzehr des Süßstoffs Krebs fördern. Deshalb war die Pflanze bisher nur in Frankreich erlaubt und die anderen EU-Länder ließen sich noch Zeit mit der Einführung. Der Verdacht, dass die Stevioglycoside krebsfördernd seien, ist von bisherigen Studien ausgegangen. Durch viele Tierversuche haben Forscher entdeckt, dass beim Verzehr hoher Mengen bösartige Tumore im Körper gewachsen sind. Jedoch warf diese Studie zwei Zweifel auf. Zum einen wurden so hohe Mengen getestet, die für einen Menschen unerträglich sind und zum anderen wurden diese Studien von den Konkurrenzfirmen finanziert.

Gesundheitliche Risiken ausgeschlossen

Stevia konnte von diesem Verdacht freigesprochen werden, denn die European Safety Authority hat diesen Süßstoff getestet und positiv bewertet. In allen Tests konnte herausgefunden werden, dass die Stevioglycoside weder krebserregend, noch toxikologische Auswirkungen auf ungeborenes Leben oder andere Krankheiten haben. Somit kann Stevia ohne Bedenken in der EU eingeführt werden. Bisher verwendeten einige das Süßkraut zum Würzen oder als Badezusatz. Man konnte aber auch diesen Badzusatz oder Mundspülung als Süßstoff für den Kaffee nehmen.

Diese Anwendung ist aber ab Dezember nicht mehr nötig, dann kann Stevia in der Europäischen Union als Süßstoff erworben werden. Doch die EFSA empfiehlt, dass lediglich der Verzehr von 4mg pro Kilogramm Körpergewicht eingehalten werden sollte. Somit kann man auf den hausüblichen Zucker nicht verzichten, denn auch in der Getränkeindustrie reichen diese Mengen nicht aus, um Limonade oder Cola ausreichend zu süßen. Jedoch wird die Getränkeindustrie vom Süßstoff-Mix profitieren.

Stevia 300-mal süßer als Zucker

Zucker und Steviaglycoside unterscheiden sich vom Geschmack nicht, aber die Blätter der Pflanze sind 30-mal süßer als Zucker und das Steviosid ist ganze 300-mal süßer. Im Heimatland Südamerika berichten Anwender der Pflanze immer von einem leicht bitteren bis lakritzähnlichen Geschmack, aber die Ursache dafür liegt in den Genen des Menschen. Laut Experten in der Geschmacksforschung können einige süße Substanzen den Geschmack bitter machen. Das liegt in den Genen des Menschen. Zudem glauben die Südamerikaner auch an die positive Wirkung des Krauts bei Wunden oder entzündlichen Krankheiten. Das Kraut soll auch den Blutdruck senken, aber diese Wirkungen werden in zukünftigen Studien noch näher erforscht.

Die Getränkeindustrie freut sich über die Einführung des Produktes, denn sie hat schon einige Patente mit Stevia angemeldet. Im Haushalt eignet sich Stevia allerdings nicht beim Backen, denn durch das geringe Volumen wird der Teig nicht zusammengehalten.

Quelle: Focus.de

Bild: © PhotoSG – Fotolia.com