Tagfahrlicht

Tagfahrlicht ist seit Februar 2011 auch in Deutschland Pflicht. Allerdings betrifft dies nur neue Pkws. Doch auch Fahrer von älteren Autos sollten sich überlegen, ob sie ihr Fahrzeug nachrüsten wollen.

Was ist überhaupt ein Tagfahrlicht?

Viele Autofahrer wissen gar nicht, dass diese Beleuchtung nichts mit dem Abblendlicht gemein hat. Vielmehr handelt es sich um eine zusätzliche Beleuchtung, die entweder in den Scheinwerfern oder der Frontschürze integriert ist. Dieses Licht schaltet sich automatisch beim Starten des Autos ein. Der Vorteil gegenüber dem Abblendlicht ist, dass diese Leuchten nicht blenden und andere Leuchten von Motorrädern und Fahrrädern nicht überstrahlen. Außerdem ist der Kraftstoffverbrauch nur minimal erhöht. Denn häufig werden nur LEDs verwendet, die gerade einmal zehn Prozent dessen verbrauchen, was die eigentlichen Scheinwerfer benötigen.

Es ist jedoch fragwürdig, ob Taglicht überhaupt sinnvoll ist. Ein paar Studien haben ergeben, dass drei Prozent aller Unfälle vermieden werden könnten. Andere gehen von so gut wie keinem Einfluß auf die Verkehrssicherheit aus. Wer im europäischen Ausland unterwegs ist, muss dies sowieso machen, denn in einigen Nachbarländern herrscht schon eine ganztägige Lichtpflicht. Wer noch kein Taglicht hat, muss in diesen Ländern mit eingeschaltetem Abblendlicht fahren, da ansonsten hohe Bußgelder fällig werden. Wer sein Auto nachträglich aufrüsten möchte, sollte die Testergebnisse der einzelnen Systeme zurate ziehen. Denn nicht alle angebotenen Leuchten halten auch das, was sie versprechen. Zumal einige fahrzeugspezifische Modelle deutlich teurer sind, als universelle Einbausätze. Wer als Laie damit nicht zurechtkommt, sollte dies von einer Werkstatt erledigen lassen.

Der ADAC kritisiert allerdings, dass Motorradfahrer durch die Lichtpflicht schlechter wahrgenommen werden. Österreich hat die vorhandene Taglichtpflicht sogar wieder abgeschafft. Die Thematik ist überall stark diskutiert und wird wohl noch lange für Unstimmigkeiten sorgen. Deshalb helfen gute Studien sicherlich, um zu einer Einigung zu kommen.Denn die meisten bisher durchgeführten Studien zum Thema Tagfahrlicht liefern keine sicheren Daten. Der Energieverbrauch ist hierbei einer der strittigsten Punkte.

Fazit

Gerade in der Dämmerung kann das Taglicht eine gute Idee sein, um Unfälle zu vermeiden. Denn bei schlechterem Wetter, vor allem im Herbst und Winter, vergessen viele Autofahrer, ihr Licht frühzeitig einzuschalten. Hier könnten die zusätzlichen Leuchten eine echte Hilfe sein. Da diese ja automatisch angehen, sobald der Motor gestartet wird, ist zumindest diese Beleuchtung direkt sichtbar für andere Verkehrsteilnehmer. Denn das menschliche Auge gewöhnt sich daran, auch bei schlechten Sichtverhältnissen etwas wahrzunehmen. Deshalb fällt es vielen Fahrern gar nicht auf, dass sie ohne Licht unterwegs sind. Inwieweit sich Unfälle wirklich vermeiden lassen, wird die Zeit sicherlich zeigen.

Bild: © adri76 – Fotolia.com – Quelle: http://www.testsieger-reifen.de